Di. Nov 29th, 2022

SVS auf Kaperfahrt – Meuterei!

Die Radpiraten vom FC St. Pauli Radsport hatten mal wieder zur Kaperfahrt gerufen. Wie jedes Jahr. Auch der SVS erhörte diese Rufe und entsandte eine kleine Kaperschaft aus sechs tapferen Gesellen. Bastian, Frank, Fredrik, Günther, Jens und ich (Wolfgang) sollten die Paulianer auf ihrem Beutezug begleiten. Obwohl eigentlich nur Günther und Fredrik die körperlichen Voraussetzungen erfüllten, denn wie heißt es so schön: “Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren, müssen Männer mit Bärten sein!”

Trotzdem machen sich die Mannen frühmorgens auf ins nahegelegene Barsbüttel. Anheuern (Anmeldung) geht sehr schnell, denn die Heuer stimmt.

Allerdings hätte ich schon vor dem ablegen (im Startblock) merken müssen, dass mit der Mannschaft heute etwas nicht stimmt. Klammheimlich machen sich die 4 auf in vordere Gefilde. Wenigstens Schiffsjunge Bastian bleibt treu an meiner Seite. Die Einstimmung mit lauten Schlachtgesängen erfolgt diesmal etwas ruhiger, aus Rücksicht mit den Einheimischen am Hafen. 

Nach “Hells Bells” für die ersten Freibeuter, kappen wir zu “Highway to hell” die Leinen und segeln los. Durch enge Stromschnellen im Küstenbereich Barsbüttels navigieren wir gen Willinghusen. Hier auf hoher See meutert nun auch Bastian und gesellt sich zum Rest der Mannschaft. Na toll, Kiel holen sollte man sie, diese treulose Bande!

Bevor ich nun allein gegen den Wind kreuzen muss, suche ich mir lieber schnell eine neue Mannschaft, die mich voran bringt. Andere haben nicht so viel Glück. Kurz hinter Langelohe werden 2 Piraten unverhofft von schwerer See erwischt. Ein großer Brecher (2 Meter Kopfsteinpflaster) streckt die Beiden zu Boden. Hilfe (ein Rettungswagen) kommt uns kurz darauf schnell entgegen. Großensee, Lütjensee und Dwerkaten plündern wir daraufhin per Handstreich.

Wir erreichen Büttenwarder (Grönwohld) und fallen über die Lebensmittelvorräte der Einheimischen her. Aufs Brandschatzen verzichten wir vorerst, da wir hier später noch einmal einfallen wollen. Wäre blöd, wenn dann nur noch Ruinen stehen würden. 

Zum nächsten Raubzug brechen wir wieder gemeinsam auf. Frank verlässt uns aber bald, um in küstennahen Gewässern (der 80er Strecke) zu segeln. 

Wäre sicher auch für mich die bessere Wahl gewesen, denn die See wird rauer. Fühlt sich jedenfalls so an. Die Mannschaft gibt zwar alles, um mich durchzubringen, aber ich gerate immer wieder in Seenot. Denn jetzt meutern auch noch meine Beine.

Linau, Koberg, Borstorf, Hornbek und Siebeneichen müssen trotzdem dran glauben. Nur Schloss Wotersen erscheint zu schwer gesichert zu sein, daher fallen wir in Büchen ein und plündern die dortigen Vorräte. 

Wieder los als komplette Mannschaft mit ein paar weiteren Spießgesellen. Und erneut bekomme ich Probleme auf hoher See. Welle um Welle reißt es mich zurück. Irgendwann geht die Mannschaft wieder allein auf Beutezug. Wenigstens Günther bleibt an meiner Seite bis ins bekannte Büttenwarder. 

Um das brandschatzen zu verhindern, versuchen uns die Einheimischen mit Hopfen und Weizen in flüssiger Form zu bestechen. Durchaus erfolgreich, aber sich gegen die Plünderungen der Vorräte gelbschwarze, geflügelte Unterstützung zu beschaffen, ist nicht ok.

Den letzten Schlag zum Hafen des Morgens treten wir gemeinsam an. Zumindest bis zum großen Brecher in Großensee. Die Truppe wartet nicht mal den Pfefferberg ab um sich abzusetzen, sondern nutzt schon die Untiefe (Ampel) vorher. Günther und ich segeln in Ruhe auf der Route von heute morgen hinterher und sammeln dabei jede Menge Beute ein.

Die Einfahrt in den Barsbütteler Hafen erfordert noch einmal ein wenig seemännische Kunst und nach gut 70 Seemeilen (130 Kilometern) legen wir wieder an. Im Gepäck fette Beute (3 Punkte für die Wertungskarte), jede Menge Proviant und die Erkenntnis, dass man auch langsam kapern kann.

Nun meutert die Mannschaft ein letztes Mal. Anstatt wie üblich die Heuer an Ort und Stelle zu versaufen (mit koffeinhaltigen und alkoholfreien Rauschmitteln), machen sich alle auf den Weg in die heimischen Häfen.

So plündere ich zum Abschluss allein den Proviant der Paulianer und segel danach zufrieden gen Heimat.

Johoho und ne Buddel voll Rum!

Wolfgang