Do. Okt 6th, 2022

Das war mal ne flotte Fahrt! Am frühen Sonntagmorgen stehen wir bei optimalen Bedingungen zu sechst am Start der 25. Auflage der Cyclassics. Wir, das sind Frank, Fredrik, Jens, Marco, Markus und Wolfgang. Der Rest der vor gut 2 Jahren geplanten großen Mannschaft wird durch Krankheit, Verletzungen und Pandemie-Nachwirkungen an der Teilnahme gehindert.

Kurz vor neun geht es los auf die, in weiten Teilen von früheren 60 bzw. 155km-Teilnahmen bekannte, Strecke. Es geht Richtung Nordwesten durch Eimsbüttel und Lurup zur Stadtgrenze. Das Tempo ist zügig, aber wir halten uns aus den größeren Gruppen raus. Dank der breiten Straßen hält sich die Hektik in Grenzen.
Besondere Herausforderung ist wie immer die breite Landesstraße über Schenefeld nach Pinneberg. Was tun? An eine der Highspeed-Gruppen dranhängen, eher entspannt allein im Wind fahren? Wir haben über weite Teile Glück und lassen uns von einer größeren Gruppe mit ordentlichem Tempo ziehen. Richtung Appen sind wir die aber wieder los und fahren unser Tempo. Der Rückenwind, der uns bis Elmshorn ein wenig geholfen, wird nun zum zähen Gegner. Es folgt Marcos große Stunde. Die Maschine setzt sich nach vorn und fährt. Und fährt und fährt und fährt! Ruhig konstant und schnell. Für einige von uns fast zu schnell.
Nicht einmal spontan vorgeschlagene Verpflegungspausen werden akzeptiert. Liegt vielleicht auch an der Art der vorgeschlagenen Stärkung. Mitten in Haselau preist jemand aus einer Gruppe Zuschauer lautstark Aale an. Der kommt definitiv direkt vom Job auf dem Fischmarkt heute Morgen!
Apropos Zuschauer: Richtig schön, wieder mal so viele begeisterte Zuschauer an der Strecke zu sehen! Selbst in den kleineren Orten stehen überall Menschen und feuern uns an.
Kurz vor Wedel ist es dann um Jens geschehen. Führungswechsel vorn, Tempo aufgrund der frischen Kräfte ein wenig zu hoch, unser Kleingrüppchen zerfällt in 3 Teile und Jens erwischt „plötzlich auftretende, schmerzhafte unwillkürliche Muskelkontraktionen“. Im Volksmund auch Krämpfe genannt. Leider bekommen wir davon nur in Teilen etwas mit. So rollen wir in Abständen etwas ratlos durch Wedel, genießen aber die herausragend gute Stimmung.
Stopp an der Verpflegungsstation. War zwar so nicht geplant, aber zum Sammeln genau der richtige Platz. Und auch zum Luft holen, denn jetzt warten die eigentlichen topografischen Herausforderungen der Strecke. Ok, sind keine echten Berge, aber so ganz langsam war es bis hierher ja auch nicht. Wir teilen die Gruppe, Frank und Jens fahren etwas ruhiger gen Ziel. Soweit der Plan. Am Kösterberg erfolgt die nächste Teilung, ich kann Fredrik, Marco und Markus nicht mehr folgen. Oder doch, in ganz weitem Abstand! Oben wartet erst Marco und dann Fredrik. Markus hat sich im Geschwindigkeitsrausch verloren. Die weiteren Kilometer haben wir zu dritt Mühe, auf der etwas verwinkelten Strecke durch Blankenese und Othmarschen beisammenzubleiben. Die Fahrt über Königstraße und Reeperbahn erleben wir aber gemeinsam.
Das absolute Highlight genießen wir natürlich in trauter Dreisamkeit. Für die Zieleinfahrt über die Mönckebergstraße haben sich die Strapazen wirklich gelohnt.
(FunFact am Rande: Gefühlt war bei uns mehr Stimmung, als beim Sprint der Profis!)
Im Ziel finden wir Markus wieder und kurze Zeit später kommen auch Frank und Jens.

Fazit: Das war echt klasse! Kein Sturz, keine Panne, nur leichte Blessuren, beste Stimmung, danke Jungs!

Kleine Ergänzung: Carsten und Dietmar R. sind die morgens mal schnell die Sprintrunde (60km) gefahren. Mit unterschiedlicher Zielsetzung, entsprechenden Ergebnissen und individuell großartigen Leistungen. Herzlichen Glückwunsch!